Der von mir eingebrachte Grünenantrag im Kreistag hat nicht nur eine überraschend inhaltliche und umfangreiche Diskussion ausgelöst. Auch die OP hat hierzu um Juli einen schönen Artikel veröffentlich, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hatte. Und im Hinblick auf die aktuelle Diskussion ist er auch recht wirksam, was mir zahlreiche Rückmeldungen zeigen.
Der Nachweis von Glyphosat im Bier war das stärkste Argument für die breite Zustimmung in Deutschland zum Glyphosatverbot. Daher beeilten sich Befürworter und Brauereien klarzustellen, dass 1.000 Liter Bier am Tag getrunken werden müssten, damit es ein Problem wäre. Das ist grandioser Unsinn bei krebserzeugenden Stoffen, denn bei diesen ist es immer nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Damit ist es eben nur 1:1000 wahrscheinlich „sicher“ an Krebs zu erkranken, damit gefährlicher als viele andere Stoffe, die in Lebensmittel nichts zu suchen haben.
Dazu kommt, dass der Wirkstoff fast überall nachweisbar ist, nicht nur Getreide: In Milch, im Wasser und damit in den meisten Lebensmitteln und schließlich im Urin von Tieren und Menschen. Ein aktuelles Beispiel: In Eissorten der Marke „Ben & Jerry’s“ haben Wissenschaftler den Unkrautvernichter in zehn von elf durchgeführten Tests nachgewiesen. Das Eis der beliebten amerikanischen Marke ist dafür bekannt, umweltfreundlich und ohne genetische Technik hergestellt zu sein und für seine außergewöhnlichen Sorten wie „Salted Caramel Brownie“ oder „Strawberry Cheesecake“.
Damit kommen wir nicht nur bei Bier, sondern bei so vielen Lebensmitteln in Kontakt mit Glyphosat, dass die Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen, aber auch der Schädigung des Erbguts immens hoch ist. Aus diesen Grund fordert auch der Deutsche Ärztetag ein Glyphosat-Verbot. Doch keiner kann mit Bestimmtheit sagen, ob bei einer konkreten Person eine konkrete Erkrankung von diesem Wirkstoff kommt. Und damit und der geringen Wahrscheinlichkeite für jedes einzelne Lebensmittel können sich Hersteller und Anwender aus der Verantwortung stehlen.
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