(c) Esther Stosch/pixelio

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Verschwörungsgläubige verdienen kein Mitleid, sondern entschiedene Ablehnung

Im Tagesspiegel ist Autor Sebastian Leber in einem klugen, differenzierten Beitrag auf die häufig anzutreffende Haltung eingegangen, man müsse die Sorgen von Schwurblern ernst nehmen, ihnen auf Augenhöhe begegnen. Ein Problem sei dabei, dass diese „jede Diskussionsbereitschaft als Zugeständnis ihres Gegenübers und Anerkennung [werten], ja als Indiz dafür [halten], ihr Unsinn wäre eine akzeptable Position“.

Er fährt fort: „Auf Augenhöhe diskutieren“ bedeutet hier, dass beide Seiten ihre Argumente vortragen und am Ende stolz sind, dass sie wenigstens im Gespräch waren. Das führt zu „false balance“ – einer Fehlannahme, die Außenstehende im schlimmsten Fall glauben lässt, die Wahrheit liege schon „irgendwo in der Mitte“. Das tut sie nicht. In der Frage, ob man Menschen ermorden darf oder lieber nicht, liegt die Wahrheit schließlich auch nicht irgendwo in der Mitte. […]

Es gibt keine moralische Verpflichtung, sich das anzuhören. Es ist erlaubt, Verschwörungsgläubige abzukanzeln, sogar auszulachen, ihnen auch zu entgegnen: „Erzähl das der Parkuhr, Onkel!“ oder „Geh weg, du bist peinlich.“ Meinungsfreiheit bedeutet, dass man fast alles behaupten darf. Es bedeutet nicht, dass sich jemand den Mist anhören muss“. Der ganze lesenswerte Artikel ist hier.

Sascha Lobo hat in Spiegel Online eine genauso lesenswerte Anlayse der Frage veröffentlicht, wie Menschen gerade in der Pandemie zu Impfgegnern werden.

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