Kriminalität geht weiter zurück

Entgegen der gefühlten Bedrohung ist die Wahrscheinlichkeit, mit gewaltsamen Übergriffen konfrontiert zu werden, vor 40 Jahren mehrfach so hoch gewesen als heute. Und auch im letzten Jahrzehnt ist auf lange Sicht die Kriminalität insgesamt gesunken.

Die Kriminalitätsbelastung in Hessen ist nun im Jahr 2017 auf den niedrigsten Stand seit fast 40 Jahren. Wie das Innenministerium berichtet, wurden im letzten Jahr landesweit genau 375.632 Straftaten erfasst, das entspricht einem signifikanten Rückgang von fast neun Prozent (2016: 412.104). Zugleich wurde die höchste Aufklärungsquote (AQ) seit Bestehen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Jahr 1971 gemessen. 62,8 Prozent der Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist der höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

Hier steht die ausführliche polizeiliche Kriminalstatistik von 2017 zur Verfügung, sowie direkte Downloads

Interessant sind bei dieser einige spezielle Fakten: Bekanntlich gehen bei Zuwanderern in großem Maße die Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz ein, neben einer großen Abweichung von der durchschnittlichen demographischen Struktur. Unter deren Berücksichtigung gibt es bei Zuwanderern eine geringere Kriminalitätsrate alls im Durchschnitt der Bevölkerung.  Der Rückgang dieser nur Zuwanderern zu verübenden Verstöße trägt nun maßgeblich zum Gesamtrückgang in 2017 bei, so wie er ja auch zu ihrem kurzfristigen Anstieg beigetragen hat.

Etwas überraschend ist hingegen, dass die Gewalt gegen Rettungskräfte und die Feuerwehr seit 2015 zurückgeht. Einen starken Anstieg gibt es aber gegenüber Polizeikräfte. Diese machen zudem  98% aller Fälle in Hessen aus.

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