Die Saat des Terrors geht auf

Angst und Misstrauen zu säen, ist das Ziel der Terroristen. Ein friedliches Miteinander zu zerstören,  Menschen zu isolieren und dadurch empfänglich für einfache Botschaften zu machen, die eine bessere Welt versprechen, mit welcher ideologischen oder religiösen Überhöhung auch immer.

Und die Saat scheint aufzugehen. Viel wird nun über Angst gesprochen, über Verschärfungen von Gesetzen und mehr Schutz. Rationales tritt in den Hintergrund. Viel nötiger wäre der Schutz im Haus, da dort weit über 1000 Prozent mehr Tote zu beklagen sind. Aber vor die Tür gehen ist auch nicht besser, denn im Verkehr sterben ebenso um ein Vielfaches  mehr an Menschen als durch tätliche Übergriffe. Bei diesen machen Amokläufe wie in Winnenden und Rostock, Enschede und Oslo sich kaum in der Statistik bemerkbar.

Auch in eine Klinik zu gehen, ist angesichts von Behandlungsfehlern ein größeres Risiko, als durch irgendeinen tätlichen Übergriff umzukommen, geschweige denn durch einen Amoklauf, sei er politisch, religiös oder psychisch motiviert. Da mögen sich nun noch durch die Medienberichte zudem Ängste und Misstrauen gegenüber dem syrischen, irakischen oder iranischen Arzt entwickeln, die durch keine Fakten begründet sind. Sofort jede Tat mit der Rasse oder der Religion des Täters zu etikettieren, verhilft hierzu enorm. Und gerne reklamieren Terrororganisationen wie der Islamische Staat jede Tat für sich, so weit hergeholt dies auch sein mag.

Angst und Misstrauen weiter  zu schüren, helfen nun viele mit und wenige finden Gehör, die dem etwas entgegensetzen. Verbale Angriffe von Rechtspopulisten, die ihre Mitläufer zu tätlichen Angriffen auf alle Andersartigen anstacheln, helfen den Terroristen beim Rekrutieren, denn Ausgegrenzte, Chancenlose und Entwurzelte glauben gerne deren Versprechungen.

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