AfD bietet Rassisten neue Heimat

Das drohende Verbot der NPD scheint den Rechtspopulisten Bernd Höcke der AfD zu beflügeln und zur weiteren Anbiederung an rechstextreme Rassisten zu treiben.

Nach seiner geschichtslosen Rede über 1000 Jahre Deutschland  hat er nun nachgelegt und in einer Rede Mitte November auf dem Rittergut Schnellroda, deren Mitschnitt jetzt, rund drei Wochen später, veröffentlicht wurde. Der Thüringer AfD-Chef Höcke hat in dieser seine Forderung nach Änderung der Asylpolitik evolutionsbiologisch begründet. Tagesschau online zitiert Rechtsextremismus-Experten, die ihm daraufhin „biologischen Rassismus“ vorwerfen, die „auf einer Linie mit dem Nationalsozialismus“ sei.

In Afrika überwiege eine andere „Reproduktionsstrategie“ als in Europa, dort herrsche die „r-Strategie“ hier die „K-Strategie“.  Als „r-Strategen“ bezeichnen Biologen Arten, die möglichst viele Nachkommen zeugen, damit wenigstens einige überleben. Säugetiere im allgemeinen und natürlich ganz insbesondere Menschen verfolgen die „K-Strategie“ und kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs.

Diese Übertragung ist zum einen natürlich wissenschaftlich blanker Unsinn, mit dem letztlich nur das nationalsozialistische Bild des Europäers als einem bessererem Menschen gezeichnet wird und Afrikaner als Untermenschen klassifiziert werden, gar in die Nähe von sich massenhaft reproduzierende Tiere gerückt werden, vor deren invaorische Flut sich Deutschland schützen müsse.

Zum anderen zeigt er erneut seine Geschichtslosigkeit, indem er die afrikanische Herkunft des Homo sapiens ausblendet. Seine zusätzliche Berufung auf das christliche Menschenbild komplettiert die zynische Betrachtung: Die Mehrheit der derzeitigen Flüchtlinge kommt aus den Regionen, in denen das Christentum entstanden ist und ein erheblicher Teil sind Christen.

Mehr zu diesen Themen auch  in der  Vielfalt-Mediathek des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit.

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