Kreisenseniorenbeirat oder -parlament

Ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema der letzten Jahre ist der demographische Wandel. Wir werden statistisch gesehen weniger und älter, ziehen vom Land in die Stadt und der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund nehmen zu. Seit Jahren arbeite ich ehreamtlich an diesem Thema, habe den Generationentreffpunkt Krafts Hof mit gegründet und bin Vorsitzender des Trägervereins „Kulturverein Krafts Hof“. Zudem arbeite ich auch im Kreis mit in der AG Altenhilfe, in der seniorenpolitische Leitlinien für den Landkreis erarbeitet werden.

Doch ein Ziel der Großen Koalition im landkreis ist für mich nicht nachvollziehbar. Warum muss ein bestehender arbeitsfähiger und -williger Kreisseniorenbeirat, der in den Kreisgremien beratend mitarbeitet, durch ein gewähltes Parlament ersetzt werden, wie es am 17. Juli beschlossen wurde? Diese mit hohen Kosten verbundene demokratische Aufwertung betrifft ja nun keine gesellschaftliche Gruppe die nicht oder schlecht in den bisherigen Gremien vertreten ist, wie es bei Kindern und Jugendlichen, bei Ausländern und Behinderten der Fall ist.

Zudem war die Beschlussvorlage fehlerhaft, da Beiratselemente mit parlamentarischen vermengt wurden. Dann müssen noch Wählerverzeichnisse erstellt werden. Es wird also noch eine Weile dauern, bis gewählt wird. Wenn dann 10-20% der Senioren wählen, entsteht ein Gremium, dass aufgrund der beteiligung und evt. auch des gewählten Verfahrens kaum eine höhere demokratische Legitimation als der bestehenende Seniorenbeirat, in den die Beiräte der Kommunen ihre Vertreter entsenden.

Verwandte Artikel